Klassik

Orangerie - Theater im Volksgarten

Unwirklich

Das Surrealistische Manifest (1924) von André Breton war ein Aufruf zur Befreiung des Geistes vom rationalen Denken. Dabei schöpfte er dabei aus dem Unbewussten, um eine tiefe, seltsame Wirklichkeit zu offenbaren, die sich unter der Oberfläche des Alltags verbirgt. Die Bewegung ist vor allem in der bildenden Kunst und Literatur bekannt, Komponist:innen hatten jedoch längst zuvor ähnliche Ideen in ihrer Musik ausgedrückt und taten es noch lange danach.
Unwirklich verfolgt diesen Faden über fünf Jahrhunderte: Gesualdos kuriose und chromatische Harmonien verstörten im 16. Jahrhundert bis heute noch immer durch die Art, wie er mit den Regeln der Tonalität spielt. Satie erkundete in den 1920ern einen vorsätzlichen Absurdismus, während Poulenc surrealistische Texte vertonte. In den darauffolgenden Jahrzehnte entwickelte sich diese künstlerische Bewegung weiter. Cage erweckte in Living Room Music leblose Alltagsgegenstände durch Musik zum Leben, Lucier spielte in "Nothing is Real" Fragmente von Strawberry Fields Forever durch eine verstärkte Teekanne - man begann, die Abgrenzung zwischen Musik und Geräusch in Frage zu stellen. Echo Chamber III (2026), das diesjährige Auftragswerk des Linos Festivals, komponiert von Justina Repeckaite, greift die Verzerrung von Wahrheit und Wirklichkeit in unserer eigenen Zeit auf. Mit dem Phantasy-Quartett des jungen Benjamin Britten, dessen Kontrast zwischen der Lyrik der Oboe und den Marschrhythmen der Streicher liegt, schließt der Abend an der Grenze des Echten.

Programm:
Alvin Lucier - Nothing is Real
Erik Satie - Gymnopédie No. 3
Francis Poulenc - Lieder aus La Courte Paille und Fiançailles pour rire
Carlo Gesualdo da Venosa - Moro, lasso, al mio duolo
Justina Repeckaite - Echoes III (Auftragswerk des Festivals)
Francis Poulenc - Cellosonate

John Cage - Living Room Music
Francis Poulenc - Lieder aus Banalités und Fiançailles pour rire
Erik Satie - Gnossienne No. 3
Carlo Gesualdo da Venosa - Beltà, poi che t’assenti
Benjamin Britten - Phantasy Quartet
Erik Satie - Gymnopédie No. 1

Besetzung

  • Jacopo Giovannini Klavier
  • Linos Piano Trio Künstler / in
  • Lilya Tymchyshyn Viola
  • Shira Patchornik Sopran
  • Emily Ross Oboe
  • Linos Piano Trio Künstlerische Leitung

gefördert von

Gefördert durch: Kunststiftung NRW
Gefördert durch: Kulturamt der Stadt Köln
Adresse

Orangerie - Theater im Volksgarten

Volksgartenstr. 25

50677 Köln [ Innenstadt ]

www.orangerie-theater.de

Besetzung

  • Jacopo Giovannini Klavier
  • Linos Piano Trio Künstler / in
  • Lilya Tymchyshyn Viola
  • Shira Patchornik Sopran
  • Emily Ross Oboe
  • Linos Piano Trio Künstlerische Leitung

gefördert von

Gefördert durch: Kunststiftung NRW
Gefördert durch: Kulturamt der Stadt Köln