Neue Musik

Stadtgarten Konzertsaal, Köln

Three Skies - Festival for Unexpected Music and Sound

Eine alte Musiktradition öffnet sich sanft und kraftvoll in die Gegenwart. Benedicte Maurseth nähert sich der norwegischen Volksmusiktradition als lebendigem, fragilem und ungebrochen resonantem Material. Als herausragende Interpretin ihres Instruments, öffnet ihr Spiel der Hardanger-Fiddle ungeahnte betörende Räume zwischen Tradition, Improvisation und subtilstem zeitgenössischen Klangsinn. Entwickelt hat Maurseth diesen offenen Spielansatz als Schülerin des legendären Knut Hamre, in Zusammenarbeiten mit Jon Fosse oder dem Kronos Quartet, auf Bühnen wie dem Sydney Opera House oder der Carnegie Hall. Tradition wird bei Maurseth nie zum Museumsstück: Alte Formen werden zum Ausgangspunkt für ein neues Hören auf Resonanz, Stille und Textur.

Schlagzeuger Dirk Rothbrust (Ensemble Musikfabrik) und der elektronische Musiker Jan St. Werner (Mouse On Mars) spielen mit den Grenzen der Klänge und ihrer Wahrnehmung. Echos, Störungen und unerwartete Geräusche treten hervor - Melodie und Rhythmus zurück. Klänge prallen aufeinander, überlappen und verändern sich; Rhythmen fragmentieren und Klangidentitäten zerfallen. Hören wird zu einem aktiven Akt des Dekodierens - ein Prozess, in dem Bedeutung zwischen Ohr und Welt ständig neu verhandelt wird. In der Klanglandschaft, die so entsteht, aktivieren Resonanzen und Störungen den Raum als lebendiges Instrument.

Georg Vogel (Krems) In den Wirkbereichen von neuausgeloteter Zwölftönigkeit, vieltöniger Mikrotonalität und vielfältig gefächerter harmonischer Erkundung erschafft der Komponist und Tasteninstrumentalist Georg Vogel Klanggefüge aus präzisen Tonarchitekturen. Stimmungspanoramen verschmelzen in seinen Kompositionen für den akustischen Flügel sowie für seine wegweisenden Instrumentenkreationen, den 31-tönigen Clavitonen. Als Solokünstler bedient sich Vogel einer tief strukturierten und zugleich intuitiv fließenden Form der Improvisation, eingebettet in vieltönigen Stimmungen, elektronischer Synthese und struktureller gestalteter Akustik. Während seine Methoden Jahrhunderte der Instrumentenpraxis überbrücken, zieht sich ein kohärentes Bindeglied radikaler avantgardistischer Handwerkskunst durch seine Solo-Performances und Aufnahmen. Mal klingt seine Musik wie eine luzide, kristalline Erkundung unentdeckten akustischen Territoriums, mal wie ein uraltes Zukunftsartefakt, das in kompromissloser Klarheit vibriert.

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Stadtgarten Konzertsaal, Köln

Venloer Strasse 40

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