Das Ensemble Polyharmonique ist bekannt für seine aufsehenerregenden Wiederentdeckungen und Neuinterpretationen frühbarocker deutscher Barockraritäten in exquisiter Vokalbesetzung. Für den Romanischen Sommer rückt das Ensemble mit den Sieben Bußpsalmen das Werk des Darmstädter Hofkapellmeister Wolfgang Carl Briegel (1626–1712) ins Rampenlicht von St. Pantaleon, einen anspruchsvollen Zyklus für vier Singstimmen, zwei Violinen und Basso continuo. Vermutlich in einer politisch unruhigen Zeit um 1688 entstanden, wirken sie wie ein persönliches musikalisches Vermächtnis des Komponisten, einer der produktivsten des 17. Jahrhunderts.
Der siebenteilige Zyklus des Königs und Propheten Davids „Sieben Bußpsalmen“ aus dem Jahr 1690 ist im konzertanten Stil komponiert, reich an musikalischen Affekten und dennoch durchgehend kontrapunktisch. In rund 40 gedruckten Sammlungen geistlicher Musik schuf Briegel ein umfangreiches Werk, das zu seiner Zeit in ganz Europa verbreitet war – heute jedoch weitgehend vergessen ist. Dabei zeigt seine Musik die ganze stilistische Vielfalt der protestantischen Vokalmusik zwischen geistlichem Konzert, Choralbezug und frühkantatenartigen Formen.
Mit Werken aus der Geistlichen Chor-Music von Heinrich Schütz entsteht im Konzert ein spannender Dialog zweier großer Meister des 17. Jahrhunderts – voller polyphoner Kunst, expressiver Textdeutung und spiritueller Intensität – dürfen wir ein „ungehört“ Konzert erwarten, das auch unsere heutigen Herzen und Seelen zum Schwingen bringen wird.
Vorab eine Kunsthistorische Kurzführung für Konzertbesucher*innen in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Romanische Kirchen in Köln
Mitwirkende:
Polyharmonique:
Anna Nesyba, Joowon Chung – Soprano
Alexander Schneider – Alto & Musikalische Leitung
Johannes Gaubitz, Christopher Renz – Tenore
Matthias Lutze – Basso
Kinga Ujszászi, Cosimo Stawiarski – Barockvioline
Martin Jantzen – Violone
Matthias Spaeter – Laute
Flóra Fábri – Orgel
Alte Musik
St. Pantaleon