Da gibt’s zu denken dabei, prophezeit Robert Schumann, als er am 16. April 1838 die Fertigstellung seiner Kreisleriana verkündet. Als literarische Vorlagen für den Klavierzyklus dienen dem Komponisten zwei Bücher Hoffmanns: die Lebensansichten des Katers Murr, in die in zufälligen Makulaturblättern Fetzen aus einer Vita des Kapellmeisters Johannes Kreisler eingestreut sind, und der Kreisleriana, einer sechsteiligen Sammlung völlig heterogener Texte wie Der Musikfeind oder Des Kapellmeisters musikalische Leiden. Die Überschriften verraten schon: Hier geht es um das verkannte Genie. Wen wundert es da, dass Schumann ebenso wie Brahms, der sich sogar in einigen Jugendwerken und Briefen selbst das Pseudonym Johannes Kreisler jun. leiht, mit der verzweifelten Gestalt des Kapellmeisters identifizieren. In einer musikalisch-literarischen Soirée im intimen Ambiente von Schloss Arff spüren wir jener Kreisler-Faszination nach.
AUSFÜHRENDE
Christine Schornsheim – Historischer Flügel
Andreas Grötzinger – Rezitation
Alte Musik
Schloss Arff